Kommunalwahl in Zeilsheim -ein Überblick

Der Stadtteil hat gleich zwei Rekorde erzielt

Die Kommunalwahl 2021 war unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie eine besondere Wahl. Die Kontaktbeschränkungen sorgten dafür, dass ein Wahlkampf der Parteien nicht stattfinden konnte.

Menschen, die keine Zeitungen lesen, Werbeeinwürfe im Briefkasten verbieten und die sozialen Medien nicht nutzen, waren für die Parteien nicht erreichbar. Wie soll sich der wahlberechtigte Bürger über die Politik informieren? Die Plakatflut im Stadtteil sorgte zumindest nicht für eine Steigerung der Wahlbeteiligung.

 Was hat Zeilsheim erreicht? Zwei Rekorde hat der Stadtteil im Vergleich zu ganz Frankfurt erzielt: Die Wähler im Stadtteil haben die meisten Briefwahlanträge gestellt und der CDU-Stadtverordnetenkandidat Kevin Bornath hat prozentual die meisten Einzelstimmen geholt. (Gerechnet auf das Gesamtstimmenergebnis der jeweiligen Stadtteile der Parteien CDU, SPD, Grüne). Damit kann sich Kevin Bornath Stimmenkönig nennen – was ihm allerdings nicht geholfen hat. Er hat den Einzug in das Stadtparlament überraschenderweise knapp um zwei Plätze verpasst.

Bei einer Wahlbeteiligung von 35,6 Prozent war Zeilsheim wieder einmal unterdurchschnittlich. Mit dem großen Stimmzettel für die Stadtverordnetenversammlung konnte die CDU mit 34,9% wieder klar stärkste Kraft im Stadtteil werden. Die Grünen erzielten im Vergleich zum Frankfurter Gesamtergebnis nur 14,9% (-9,7%). Mit 19,7% hat die SPD ein um 2,7% besseres Ergebnis in Zeilsheim erzielt. Weitere Ergebnisse: FDP 4,6%, Linke 5,0% und AFD 7,8%.

Die Parteien im Römer haben nun die schwierige Aufgabe eine Koalition zu bilden. 16 Parteien haben den Einzug ins Parlament geschafft und verhindern quasi eine verlässliche Regierungsbildung.

Welche Parteien mit den Grünen die Frankfurter Stadtregierung stellen werden die kommenden Wochen zeigen.

Das Ziel, einen Zeilsheimer in die Stadtverordnetenversammlung zu schicken, war nicht erfolgreich. Kevin Bornath konnte stadtweit nur Platz 22 (-3) erreichen. Die Gründe für das „Scheitern“ sind einfach: Trotz des beachtlichen Ergebnisses in Zeilsheim sowie im Frankfurter Westen haben die anderen Stadtteile einfach mehr Wähler und sorgen so dafür, dass andere Kandidaten den CDU-Vorsitzenden überholten. „Der unglaubliche Rückhalt in Zeilsheim spornt mich an weiterzumachen“, lässt Kevin Bornath ausrichten.

Im Ortsbeirat sieht das Ergebnis ähnlich aus. Der Zeilsheimer CDU-Kandidat Markus Kohlhaas verpasste den Einzug deutlich. Der Bekanntheitsgrad reichte nicht aus, um genügend Stimmen zu sammeln. Die Grünen hatten mit Hanneke Heinemann eine Zeilsheimerin auf Platz eins ihrer Liste, die jedoch kaum Stimmen im Stadtteil gewann. Selbst im eigenen Wahlbezirk bekam Heinemann nur 5x 3 Kreuze. Allerdings wurde sie mit Platz zwei wieder in den Ortsbeirat 6 gewählt. Ein Blick auf die Details der einzelnen Wahllokale zeigt aber auch Unangenehmes: In der Taunusblick-Siedlung 612-02 erzielte die AFD die Mehrheit mit 23,1% vor der SPD 21,9% und CDU 21,6%.

Im Ortsbeirat 6 stellt die CDU wieder sechs Sitze. Grüne und SPD kommen auf je vier Sitze, die Linke hat zwei und je einen Sitz konnten FDP, BFF und AFD erreichen. Die Zeilsheimer CDU stellt damit in der nächsten Legislatur wieder keinen parlamentarischen Mandatsträger. Kevin Bornath legt damit mehr Wert auf die Arbeit der übrigen Mandatsträger. „Die Bürger im Stadtteil brauchen engagierte Menschen, die sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit im Stadtteil einsetzen. Leider wird dies aufgrund der verbalen Angriffe von Dauernörglern und Wutbürgern – gerade nicht einfacher“, sagt Bornath.

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